|
|

Ton in der Erde gebrannt
Sehr genau nahmen es Georg Mayerhanser
und Ingrid Dickschat-Lorenz
bei der Vorbereitung des Erdbrandes. Foto: uk
|
Trostberger Tagblatt vom 12.08.2009 Waldhausen:
Ton in der Erde gebrannt
Die Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz zu Gast
bei Georg Mayerhanser
Waldhausen (uk). Ein künstlerisches Experiment
ist der Tonkünstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz gelungen. Bei einem
Besuch bei Metallkünstler Georg Mayerhanser in Waldhausen brannte
sie Tongefäße, die aus Waldhausener Lehmboden gefertigt wurden, in
eben diesem Boden.
"Wenn ich den Ton in den Händen halte, dann ist
das so, als würde ich eine Symbiose mit diesem erdigen Material
eingehen", umschreibt die Ton- und Keramikkünstlerin und Malerin
Dickschat-Lorenz aus Rhede ihre Beziehung zum Werkstoff Ton. Seit
1987 ist sie künstlerisch tätig, und ihre Werke waren schon in
vielen Ländern bei Ausstellungen zu sehen. "Der Ton - die Farbe -
mein Leben" umreißt sie ihre Passion. "Das ist so wichtig wie jeder
Atemzug in meinem Leben."
Auf einer gemeinsamen Ausstellung der
"Haltestelle Kunst" in Nürnberg lernten sich der Schnaitseer
Metallkünstler Mayerhanser und Dickschat-Lorenz kennen. Bei einem
Besuch auf Mayerhansers Bauernhof und Atelier stellte sie die
Besonderheit der lehmhaltigen Waldhauser Erde fest.
Sofort gebannt von diesem natürlichen Werkstoff,
nahm die Künstlerin einiges davon mit nach Hause in ihre Werkstatt
und modellierte daraus Skulpturen und Gefäße. Um dem ganzen einen
besonderen Touch zu geben, kam sie jetzt zurück nach Waldhausen, um
die Kunstwerke in der Erde zu brennen, aus der sie entnommen wurde.
In die rund 60 Zentimeter tiefe Grube wurden
zunächst erwärmte Granitsteine gelegt. Auf Sägemehl,
Zeitungsschnitzeln
Bananenschalen und Salz
und grob gehäckseltem Feuerholz wurden die Werke
in die Erde gestellt. Dies wurde in mehreren Schichten wiederholt.
Dazu gab die Künstlerin getrocknete Bananenschalen, Salz und
Backpulver. "Diese besonderen Zugaben sollen eine besondere Färbung
beim Brennen geben", erklärte sie die seltsame Zusammenstellung der
Zutaten. Dann wurden Holzscheite aufgerichtet und angezündet. Nach
einer guten Stunde waren diese verbrannt und glühten nach unten
durch die Schichten.
Zugedeckt mit Erde brannte der Ton dann etwa
sechs bis sieben Stunden. "Jetzt ist es wie Weihnachten, wenn man
verpackte Geschenke öffnet," war auch die Künstlerin auf das
Ergebnis gespannt. Und siehe da, vom Feuer fantasievoll gefärbte
Werke kamen da zum Vorschein. |
|

|
|
Nürnberger Stadtanzeiger Süd vom 01.08.07 "Sex
auf Kraut ist falsch"
Was Südstädter über die Haltestelle Kunst
denken - Viel Lob und wenig Kritik
Haltestelle Kunst: Nachdem die Skulpturen in
der Südstadt durch mutwillige Zerstörungen zuerst vor allem
traurige Schlagzeilen machten, lockt der Kunstweg nun immer mehr
Leute zum Bummeln, Schauen und Rätseln. Auch der Stadtanzeiger
folgte den gelben Fußspuren durch die Südstadt und fragte Anwohner
und Passanten, was sie von der Kunstaktion im Stadtteil halten.
Mit kritischem Blick gehen Elfriede und ihr
Mann entlang der mit gelben Füßen markierten Route der
"Haltestelle Kunst" und ordnen die hier aufgestellten Werke ein:
"Es ist schön, wenn man versteht, was es sein soll, wie etwa bei
dieser Feuersäule von Mirko Siakko-Flodin hier", urteilt das
Ehepaar aus der Südstadt. "Aber anderes hätten sie sich auch
sparen können" - sie deuten auf die abstrakte Betonstahlskulptur
von Dan Richter-Levin: "Das is einfach a gaglichs Zeigl. Da weiß
man gar nicht, was es sein soll."
Wer Erklärungen sucht hat es nicht immer leicht
- auch im Südstadtpark stehen zwei mit der Bewachung der
Kunstwerke beauftragten Menschen ... "Ob da jetzt was fehlt, oder
ob das so gehört - keine Ahnung. Da müssen wir selber mal in der
Bretterbude am Aufseßplatz fragen." Doch die hat zu.
Dem zehnjährigen Michael gefällt die
Skulpturenausstellung auch ohne Erklärung: "Ich find's gut, dass
hier die Kunst-Sachen rumstehen. Am besten gefällt mir das bunte
mit den Scheiben zum durchgucken (die Weltenbrille von Georg
Mayerhanser). Insgesamt ist das alles mehr zum Anschauen als zum
Spielen - auch wenn bei einem Spielzeugautos dabei sind. Wenn
jemand die Kunstwerke kaputt macht, finde ich das nicht gut. Aber
ich weiß auch nicht, was man dagegen machen kann.
Auch der 60-jährige Werner Wagner ist
auf dem Aufseßplatz unterwegs - wenn auch nicht in erster Linie
wegen ... ja selbst Künstler - Schriftenmaler. Ich kann über ein
dutzend Schriftarten in Spiegelschrift schreiben. Aber immer
weniger Leute verwenden handgemalte Schriften, obwohl sie viele
Vorteile haben, etwa haltbarer und persönlicher sind. Deshalb kann
ich nicht mehr davon leben und sammle jetzt Pfandflaschen. Damit
verdiene ich mindestens acht Euro am Tag. Die Kunstwerke sind mir
eigentlich egal." Bis auf eines: Das große Bratwurstherz von
Angelika Reinecke: "Da steht nämlich auf der Rückseite "SEX AUF
KRAUT". Kunst hin oder her - das ist falsch! Das müsste eigentlich
"SECHS MIT KRAUT" heißen. Denn am Anfang stand das neben der
Imbissbude. Und da haben sich die Damen dort total geschämt, weil
es durch die Schrift so aussah, als gäbe es hier käufliche Liebe.
Aber dann haben wir uns an die Stadt gewandt und die haben das
Kunstwerk weiter weg vom Imbissstand gestellt."
Manche Kunstwerke haben dagegen unerwartete
praktische Vorteile - zum Beispiel die Skulptur "Auf
verschlungenen Wegen" von Remo Leghissa, die direkt bei der
Hof-Einfahrt von Radio Z am Kopernikusplatz steht: "Hier wurde
sonst immer wild geparkt. Seit dieses spannende moderne Werk da
steht geht das nicht mehr!", lacht Syl Glawion vom Vorstand
des Alternativsenders und langjährige Südstadtbewohnerin. "Ich
habe mich total gefreut, dass Kunst in die Südstadt gebracht wird.
Denn die Leute hier sind etwas anders - die meisten würden nie in
ein Museum gehen. Es wäre nur schön, wenn man etwas mehr über die
Hintergründe zu den Werken erfahren würde, etwa durch eine
ausführliche Infotafel. Dann würden es die Leute vielleicht auch
besser annehmen. Mich wundert es nicht, dass es Zerstörungen gab,
aber es ärgert mich, dass gleich wieder von islamischen
Fundamentalisten die Rede war - das können genauso gut Kinder
gewesen sein." Für ihren Sender ist die Kunstaktion natürlich auch
ein Thema: "Das nächste Mal berichten wir am Mittwoch ... zin
Stoffwexl zwischen 16 und 18 Uhr über die Haltestelle Kunst." Syls
persönliches Lieblingskunstwerk ist übrigens nicht die
autoscheuchende Metallschlange von Leghissa, sondern die
afrikanisch anmutenden Frauen mit den dicken Bäuchen von Ingrid
Dickschat-Lorenz!"
Die stehen ein paar Meter weiter südlich genau
vor dem kleinen Buchladen von Steffen Beutel am
Kopernikusplatz: "Ich finde das eine gelungene Aktion", meint
dieser. "Ich seh das ja immer von meinem Fenster aus: Die Leute
bleiben wirklich stehen und schauen sich die Sachen an. Ich hab
auch nur positive Reaktionen gehört - Die Kunst belebt das Viertel
und macht es spannender. Dass einer über die Werke gemeckert hat,
hab ich bisher nicht erlebt. Deswegen finde ich auch, dass man die
Vandalismus-Vorfälle nicht so an die große Glocke hängen sollte:
Zerstörungen gibt es überall, das ist nicht typisch Südstadt. Ich
glaube, die Leute werden die Kunstwerke vermissen, wenn sie weg
sind." |

Syl Glavion vermisst Informationen zu den
Kunstwerken.

Werner Wagner hält die Bratwurst-Installation
(Sex auf Kraut) für weniger gelungen.
Fotos: Peter Romir
 |
|

|
|
 |
Nürnberger Zeitung vom 18.07.07 NZ-Foto-Galerie

Zugegeben, es ist ein Wagnis, Kunst im
öffentlichen Raum zu präsentieren. Es ist aber gleichzeitig ein
Erlebnis. Besonders, wenn die Kunst in einem Stadtteil platziert
wird, in dem Menschen unterschiedlicher Kulturen leben, wie in der
Südstadt. Gleichzeitig findet es in dem Viertel hinter der
Bahnlinie, in dem rund 60000 Bürger wohnen, sein Publikum.
Der mutige Schritt wird mit viel Aufmerksamkeit
belohnt. Nicht nur, weil einige den Kunstwerken mit brutalen Mitteln
zu Leibe rücken, sondern weil sich die beteiligten Künstler viel
Mühe geben, ihre Ideen zu vermitteln. Es gibt zahlreiche Aktionen
mit Schulklassen und auch Führungen.
Man möchte auf jeden Fall den alten Slogan: "Auf
in den Süden" reaktivieren und alle einladen, sich selbst ein Bild
von der Sache zu machen.
Bis zum 15. August ist die Freiluft-Galerie
zwischen Aufseßplatz und Gartenstadt kostenlos zu besichtigen.
Weitere Fotos von Giulia Iannicelli von der
Haltestelle Kunst finden sich im Internet: Einfach unter
www.nuernberger-zeitung.de den Link "NZ-Fotogalerie" anklicken.
Hier können Abzüge bestellt werden. |
|

|
|
Bocholter Borkener Volksblatt vom 04.06.07
Figuren voller Kraft und
Vitalität
Zum 20-jährigen Berufsjubiläum lud die
Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz am Wochenende gemeinsam mit
fünf Kollegen zu einer Ausstellung ein. Die Besucher
konnten bunte Tonfiguren, Sandstein-Skulpturen, aber auch Hüte,
Schmuck und Geschichten und Gedichte auf sich wirken lassen.
Von Michael Stukowski
Rhede Auch nach zwanzig Jahren haben die
Keramikarbeiten von INgrid Dickschat-Lorenz, die jeweils in
minutiöser Kleinarbeit Schicht für Schicht entstanden sind, nichts
von der Frische und Vitalität verloren. Ihre Tonfiguren strotzen
geradezu vor Kraft. Erdverbunden und besonders in der unteren
Hälfte voluminös angelegt, verjüngen sich ihre Formen zur Spitze
hin. "Die Antenne nach oben", wie die Künstlerin sagt, kommt in
fast allen ihren Arbeiten klar zum Ausdruck.
Neben der Kontrasthaftigkeit fallen besonders
die satten Farben auf. Die Figuren leuchten so stark, dass man sie
selbst aus großer Entfernung nicht übersehen kann. Und sie deuten
mit ihren Haltungen und Gesten eine Dynamik an, die ganz
unterschiedliche Geschichten erzählt und die Fantasie des
Betrachters lockt.
"Mit allen Sinnen" heißt die Ausstellung, die
die Rheder Künstlerin zu ihrem 20-jährigen Berufsjubiläum jetzt
zusammen mit fünf Kollegen präsentierte. Im Vorgarten ihres
Atelierhauses am Lönsweg fallen dem Besucher sofort die großen
Skulpturen und Köpfe auf, die der Weseler Bildhauer Hans-Christoph
Hoppe aus Sandstein geschaffen hat. Geronnenes Leben ist in den
Gesichtern sichtbar, als hätte sich das einzelne Schicksal tief in
die Konturen eingraviert. Auch die Falten, Dellen und Narben
tragen zu dem unverwechselbaren Charme bei. Oft muten die
Gesichtszüge wie eingefallen an. Die knorrigen Nasen und kräftigen
Kinnpartien erscheinen wuchtig, während die Lippen häufig leicht
geöffnet sind, als wären dort einzelne Kommentare verewigt.
Nicht minder fantasievoll sind die pfiffigen
Hut-Kreationen von Petra Grenz (Gelsenkirchen). Das beweisen schon
Namen wie "Lakritzen, grenzüberschreitend" oder der
"Planetentraum". Den Wendehut "Dürer", den die Künstlerin dem
berühmten Maler gewidmet hat, kann man bei unterschiedlichen
Anlässen und Stimmungen tragen, indem man einfach sein Innenfutter
nach außen drückt und somit einen anderen Hut erhält. Die
Kopfbedeckungen bestehen aus so unterschiedlichen Materialien wie
Kunstseide oder Hahnenfedern und kosten zwischen 45 und 750 Euro.
So filigran wie die Schmuckstücke der Arnheimer Goldschmiedin
Nadine Fillies, die ebenfalls zu sehen war, fielen auch die
Geschichten und Gedichte von Gea Runte aus. Unter dem Titel "Ein
Liter Literatur" las die Rhederin aus ihrem Werk vor. Das kleine
Figurentheater, das Elke Friedling (Reken) im Garten zeigte,
erfreute dagegen die jungen und älteren Besucher gleichermaßen. |

Fast schon liebevoll umfasst Ingrid
Dickschat-Lorenz eine ihrer bunten Figuren.
(Foto: Stukowski)
| INFO |
|
Ingrid Dickschat-Lorenz
Seit 20 Jahren ist die Rhederin als freischaffende Künstlerin
tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in Keramikarbeiten und in der
Malerei. Bei ihrem erdhaften bodennahen Stil verzichtet sie auf
den Einsatz einer Drehscheibe. |
|
|

|
|

Ingrid Dickschat-Lorenz in ihrem Atelier. Hier
arbeitet
sie gerade an der Skulpturen-Gruppe
"Mit allen
Sinnen". Noch sind die Figuren in zarten
Pastelltönen bemalt, doch durch die Glasur
und das letzte Brennen werden daraus bis
zur Ausstellung kräftige Farben. (FOTO: HECKER)
| INFO |
| Sechs Künstler Die Kunstausstellung zum
Jubiläum von Ingrid Dickschat-Lorenz öffnet Samstag und Sonntag,
2. und 3. Juni, von 11 bis 18 Uhr im Atelier am Lönsweg 16. Mit
dabei sind Nadine Fillies, Goldschmiedin aus Arnheim, die auf der
Vaakschool Schoonhoven studiert hat. Elke Frieling aus Reken kommt
mit ihren "Kleinen Bühne Allerleirauh" mit selbst gestalteten
Figuren und poetischen Texten nach alten Märchen und Legenden.
Ihre Aufführungen sind an beiden Tagen um 12 und um 15 Uhr. Petra
Grenz aus Gelsenkirchen zeigt mit ihren fantasievollen Hutgebilden
"Kunst am Kopf". Hans-Christoph Hoppe aus Wesel beschäftigt sich
in seinen Zeichnungen, Holzschnitten und Skulpturen mit dem Thema
"Mensch". Die Rhederin Gea Runte schließlich schreibt seit über 20
Jahren Erzählungen, Kurzgeschichten und Gedichte. Sie liest unter
dem Titel "Ein Liter Literatur" jeweils um 14.00 Uhr, 16 Uhr und
17 Uhr. |
|
Bocholter Borkener Volksblatt vom 31.05.07
Kunstwerke aus Keramik
Vor 20 Jahren machte Ingrid Dickschat-Lorenz
ihr Hobby zum Beruf. Seitdem gibt sie Keramikkurse und machte sich
einen Namen als Künstlerin. Derzeit bereitet sie sich auf die
Internationale Skulpturenausstellung in Nürnberg vor und auf
ihre Jubiläumsausstellung am Wochenende.
Von Sabine Hecker
Rhede-Krechting In der alten
Fahrradwerkstatt ihres Schwiegervaters in Bocholt richtete sich
Ingrid Dickschat-Lorenz vor 20 Jahren ihren ersten Arbeitsraum ein.
"Keramikstübchen Ottostraße 26" steht auf dem Schild von damals.
Heute hängt es im Atelier in Krechting am Lönsweg und erinnert
Ingrid Dickschat-Lorenz an ihre Anfänge. Damals gab die Künstlerin
ihre ersten Töpferkurse, fertigte Vasen, Blumenkästen,
Haustürschildchen, kleine Figuren - so wie es damals Mode war.
Zwei Jahrzehnte später lebt Ingrid
Dickschat-Lorenz ihren Traum von der Selbstständigkeit als
Künstlerin noch immer. Inzwischen arbeitet sie in ihrem Atelier am
Lönsweg und hat sich mit ihrer Kunst-Keramik einen Namen gemacht.
Derzeit bereitet die 47-Jährige nicht nur eine besondere Ausstellung
zum Jubiläum vor, sondern zudem ihre Teilnahme an der
internationalen Skulpturenausstellung in Nürnberg, zu der sie
bereits zum zweiten Mal eine Einladung hat. 2003 zeigte sie dort
erstmals einige Arbeiten - für Dickschat-Lorenz der bislang größte
Erfolg. Denn für Nürnberg meldet man sich nicht an, man wird
eingeladen. Vom 14. Juli bis zum 14. August ist die Krechtingerin
eine von 38 Künstlern aus aller Welt, die in Nürnberg ihre Arbeiten
unter freiem Himmel ausstellen.
Was Dickschat-Lorenz dort zeigen wird, können die
Besucher ihrer Jubiläums-Ausstellung bereits am kommenden Wochenende
sehen. Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Juni, lädt sie gemeinsam
mit Künstlerkollegen in ihr Atelier für Keramik und Malerei (KM).
Bis dahin will sie ihre Fünfer-Skulpturengruppe "Mit allen Sinnen"
fertig haben und einen Teil der Zweier-Gruppe "De-Maskerade" zeigen.
Die besteht aus zwei Figuren die jeweils über zwei Meter groß sind
und aus drei Teilen zusammengesetzt - genau so berechnet, dass die
Teile gerade noch in den größeren der beiden Brennöfen im Atelier
passen. Alle Skulpturen für Nürnberg haben die für Dickschat-Lorenz'
Kunstwerke seit einigen Jahren typischen geerdeten Formen - mit
breiten Hüften und nach oben hin werden sie fast filigran.
Bei der Ausstellung in Krechting zeigt
Dickschat-Lorenz Skulpturen unterschiedlicher Größe, fast alle in
kräftigen Farben, außerdem einige ihrer Bilder, denn seit vielen
Jahren malt die Krechtingerin auch. Allerdings komme sie selten
dazu, sagt Dickschat-Lorenz.
Dass es ihr Atelier auch nach 20 Jahren noch
gibt, ist für Ingrid Dickschat-Lorenz ein Grund zu feiern. Das tut
sie am Wochenende im Haus und im Garten. Dort sind dann die Figuren
und Bilder der Gastgeberin zu sehen, zudem Goldschmiedearbeiten und
Hutgebilde. Außerdem gibt es Literatur und Erzähl-Theater in Atelier
und Garten. |
|

|
|
Rheinische Post vom 15.06.05 Geerdete Kunst in
der Turmwindmühle
Von Hanne Buschmann
Hamminkeln Wenn die Sonne scheint,
stehen einige Keramik-Plastiken im Vorgarten der Dingdener
Turmwindmühle und hängen etliche Bilder unter der Pergola. Im
Normalfall sind sie natürlich drinnen zu besichtigen. Jürgen
Müller lädt wieder einmal zu einer Ausstellung ein. Sonntag, 11.30
Uhr, ist Eröffnung. Margret Schapdick, Rhede, wird zur Einführung
sprechen.
Ingrid Dickschat-Lorenz, die als freie
Künstlerin in Rhede wirkt, zeigt bis zum 10. Juli eine Auswahl aus
ihrem Schaffen. "Mutter Erde ist mein Thema. Ich selbst bin
geerdet", sagt sie. Dass sie dem Wesen des Planeten, der uns
Menschen das Leben überhaupt ermöglicht, nachspürt, ist an jedem
Kunstwerk abzulesen. Die vielen Jahre kollektiver Erinnerung an
das Wunder des Werdens und das Wissen um die Geburt der Zukunft
sind in jeweils anderer Gestalt zu Zeichen von urtümlicher Kraft
geworden.
Glasierter Ton
Auf mächtigen Beinen stehen schwangere Frauen
da, ihren vorgewölbten Leib beschützend, wie mit der Erde, der
Allesgebärenden, fest verwachsen. Der gebrannte Ton, der roh aus
dem Boden geschöpft wurde, ist mit matter Bronze- oder Stahlfarbe
glasiert. Ein überdimensionierter länglicher Kopf, dessen Augen,
Nase, Mund angedeutet sind, spricht von der Kreativität des
menschlichen Geistes und der Kontemplation der Seele.
Dickschat-Lorenz' Ölgemälde sind stilisiert,
oft bis zur Abstraktion vom Alltäglichen gereinigt. Als Konzentrat
geblieben sind Konturen von menschlichen Körpern oder Körperteile
in Gebärden der Demut, Freude, Hingabe. Sie schweben im Rot des
Feuers, im Blau des Himmels, im Grün der Erde oder im strahlenden
Gelb des Lichtes. Oder die Leiber sind eins mit dem Lebenswasser
oder mit dem Sternenstaub. Die Bilder regen Gedanken an. Noch mehr
die reinen Abstraktionen: Quadrate aus Gelb, Grün, Rot, Symbole
der Erde, pulsen im Kreuzungspunkt kosmischer Linien. |

"Mutter Erde" ist das Thema von
Ingrid Dickschat Lorenz. Die Künstlerin aus Rhede
stellt zur Zeit in der Turmwindmühle in Dingden
Skulpturen und Ölbilder aus. (RP-Foto: Ekkehart Malz) |
|

|
|

|
Mögeldorfer Sommer
Stadtteilmagazin Sommer 2003
Haltestelle! Kunst
Internationale Skulpturenausstellung
Haltestelle! Kunst - Internationale Skulpturenaus-
stellung auf der Insel des Zeltnerschlosses und im
Stadtteil -
Der Kulturladen Zeltnerschloss initiiert diese
Ausstellung vom 03.07. bis 27.07. zusammen mit dem Amt für Wohnen
und Stadterneuerung unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr.
Lehner, der Kulturreferentin der Stadt Nürnberg. Die Stadtteile St.
Peter und Gleißhammer verwandeln sich in dieser Zeit in einen
großen Kunstpark. Mit einer Skulpturenausstellung präsentieren die
Künstler aus aller Welt ihre Werke.
Ein Kulturladen wird "Haltestelle!
Kunst". Warum? Gehört Kunst nicht eher ins Museum, anstatt
nach Gleißhammer, gleich um die Ecke? Der Kulturladen
Zeltnerschloss sieht das anders und holt deshalb Künstler,
Künstlerinnen und Kunst von überall her in den Alltag der
Menschen, vor ihre Haustür und in ihr Wohnviertel.
Wozu also dieses aufwendige Experiment?
"Haltestelle! Kunst" versteht sich als Einladung an die
Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils, sich inspirieren und
animieren zu lassen und sich vielleicht auch zu streiten über die
Kunst in ihrer direkten Umgebung. Freilich wird ihnen nichts vor die
Nase gesetzt, vielmehr wollen die Künstler die Menschen einbinden.
Selbst kreativ werden, Vorurteile begraben, neue Erfahrungen machen
und mit den Nachbarn aus aller Welt ins Gespräch kommen - all das
kann Kunst. Davon sind die Ausstellungsmacher fest überzeugt.
Gleißhammer und St. Peter sind
Sanierungsstadtteile. Viertel, die viele Probleme haben und die
behutsam erneuert werden sollen. Dabei kann die "Haltestelle!
Kunst" helfen. Denn wer sich mit seinem Viertel und dessen
Vorzügen identifiziert, der bleibt und hilft mit, Vieles zu
verbessern.
Aber es sind nicht nur die großen Künstler, die
Ihre Werke präsentieren, auch die "kleinen Kreativen"
sind mit eingebunden, wie zum Beispiel Schüler der Grund- und
Hauptschule Scharrerstraße, viele Kindergärten und Kinderhorte aus
den Stadtteilen beteiligen sich und machen Kunst für Alle erlebbar.
Steigen ie ein an der "Haltestelle!
Kunst" und erleben Sie ein Abenteuer, das sie 24 Tage lang aus
dem Häuschen bringen wird! |
|

|
|
HEPHAISTOS 9/10 2003
Internationaler Skulpturenpfad, Nürnberg
Stadtteil bietet Stellfläche
Mitten im Wohnviertel saßen Aluminiummenschen
auf Bänken, standen stahlharte Frauen im Kreis und rostige
Faltfiguren im Gras - die erste >>Haltestelle! Kunst<<
begeisterte, die zweite ist in Planung
Rund um das Nürnberger Zeltnerschloss, in den
Stadtteilen Gleißhammer und St. Peter, fanden im Juli der erste
internationale Skulpturenpfad >>Haltestelle! Kunst<<
statt. Etwa die Hälfte der 30 Aussteller aus 28 Ländern waren
Metallgestalter, darunter zum Beispiel Maurice den Boer aus den
Niederlanden mit seinen drei Frauenskulpturen aus Bronze, Mirko
Siakkou-Flodin aus Deutschland mit einer riesigen Stahlnase oder
Risto Immonen aus Finnland, der die Stahlskulpturen
>>Angel<< und >>Steven<< präsentierte.
Für seine Leuchtkakteen aus Drahtgeflecht erhielt der
Österreicher Christoph Luckeneder einen der drei mit je 1000 Euro
dotierten Preise. Auch verkauft wure einigen, zum Beispiel für
die fünf Bronzearbeiten von Ziegmunds Bilies aus Lettland für
insgesamt 20000 Euro.
>>Die Resonanz war enorm<<,
berichtet Angelica Reinecke, bildende Künstlerin und Initiatorin
von >>Haltestelle! Kunst<<, >>pro Tag kamen
mindestens 100 Besucher, um sich die Werke rund um das
Wasserschloss anzuschauen.<< Gefragt waren auch Reineckes
Führungen, fünf auf die drei Wochen verteilt, an welchen jeweils
45 Interessierte teilnahmen. Das vielseitige Rahmenprogramm mit
Jazz-Abenden und Workshops für Kinder sowie das meist gute Wetter
trugen ein Weiteres zum Erfolg der Ausstellung bei.
Zwei Jahre lang hatte die studierte
Kulturmanagerin in Zusammenarbeit mit dem Kulturladen
Zeltnerschloss, dem Amt für Kultur und Freizeit und dem Amt für
Stadterneuerung das Projekt vorbereitet. In etwa diesem Zeitraum
ist die nächste, zweite >>Haltestelle! Kunst<<
geplant. Weitere Informationen unter: angelica.reinecke@odn.de
(da) |

|
|

|
|

Künstler, die mit einer Skulptur vertreten sind,
posieren beim
Gruppenbild im Park des
Wasserschlosses. Foto: Hippel
|
Service vom 15. Juli 2003
Internationaler Kunst-Pfad
Ein internationaler Skulpturenpfad zieht sich
noch bis zum 27. Juli rund um das Nürnberger Zeltnerschloss
und sorgt unter dem Titel "Haltestelle! Kunst" für die
sinnenreiche Begegnung mit "Federbooten" und stummen
"Musikern", "Woll-Glas-Schafen" oder einer
riesigen "Nase im Wind".
30 Künstler aus 28 Nationen haben den Stadtteil
Gleißhammer/St. Peter künstlerisch vernetzt. Unter ihnen hat die
Jury jetzt drei erste, mit jeweils 1000 Euro dotierte Preise
verliehen. Ausgezeichnet wurde Christoph Luckeneder für seine
Leuchtkakteen, Bruno Steiger für seine auf der Insel des
Zeltnerschlosses ausgestellten kleinen Skulpturen sowie Dan
Richter-Levin für seine großen Holzobjekte. Zur Erholung nach dem
Rundgang lädt heute (14-17 Uhr) das Café am Zeltnerschloss ein. Ab
14.30 Uhr können sich Kinder vor der "Luise-Cultfactory"
(Scharerstr. 15) an "Skulpturenkunst" versuchen (Info-Tel.:
0911/472945) nn |
|

|
|
Bocholter Report vom 06.11.02
Künsterlinnen treffen sich am
"Tatort Kunst"
Rhede. "Tatort Kunst" - so
heißt ein Projekt, bei dem Künsterlinnen aus dem gesamten
Münsterland ihre Arbeitsräume und Ateliers für die
Öffentlichkeit öffnen und allen Interessierten die Möglichkeit
geben, in das Kunstschaffen Einblick zu nehmen. Nachdem an den
vergangenen beiden Wochenenden Orte in den Kreisen Warendorf und
Steinfurt Kunst-Tatorte boten, ist an diesem Wochenende der Kreis
Borken an der Reihe. Und hier wird im näheren Umkreis Rhede zum
"Tatort Kunst", genauer gesagt, das "Atelier
KM" am Lönsweg, wo die Rheder Künstlerin Ingrid
Dickschat-Lorenz arbeitet. Am kommenden Samstag, 16. November, in
der Zeit von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr
lädt sie zusammen mit der Gea Runte zu einem gemeinsamen Projekt
ein. "Das ist für uns ein interessantes Experiment, wir sind
gespannt, was sich am Wochenende tut", so Gea Runte, die
schon seit gut 20 Jahren eigene Texte, von Kurzgeschichten über
Reiseberichte bis hin zu Gedichten, schreibt. Denn schließlich
ist das Atelier an diesem Wochenende nicht nur Ausstellungsort, zu
den Bildern und Keramiken von Ingrid Dickschat-Lorenz wird Gea
Runte ihre eigenen Texte lesen. Die
"Schreibtischtäterin" und die bildende Künstlerin
haben sich 1999 näher kennen gelernt. "Ich hatte eine
Ausstellung im Medizin- und Apothekenhistorischen Museum, in dem
Gea Runte arbeitet und u. a. für solche Veranstaltungen
zuständig ist", erzählt Ingrid Dickschat-Lorenz. "So
kamen wir immer häufiger ins Gespräch und tauschten uns
aus." Damit lernte sie auch etliche Texte Gea Runtes kennen.
"Wir stellten bald fest, dass wir uns gefühlsmäßig auf
einer Ebene bewegen", ergänzt Gea Runte. "Wir verstehen
uns künstlerisch gegenseitig: Ich verstehe die meisten ihrer
Werke, uns sie versteht umgekehrt die meisten meiner Texte. Eine
solche Übereinstimmung erlebt man nicht oft." Mehr und mehr
stellten die beiden Rheder Künstlerinnen dabei fest, dass so
mancher Text, der vielleicht schon vor einiger Zeit geschrieben
wurde, genau zu einem Bild oder einer Skulptur passte, wobei
natürlich beides unabhängig voneinander entstand, schließlich
kannten sich beide ja noch nicht. Mit Blick auf das anstehende
Projekt am Wochenende hat Gea Runte jedoch auch einige Texte
geschrieben, die ausdrücklich Bezug auf Werke von Ingrid
Dickschat-Lorenz nehmen, oder sich allgemein auf den Prozess des
künstlerischen Schaffens beziehen. Im Atelier wird am Wochenende
ein besonderes Gästebuch ausliegen, das mit einigen
"Gegenüberstellungen" eröffnet wird. Gewissermaßen
als Einleitung und als Darstellung des gemeinsamen Projektes auf
poetischem Wege schrieb Gea Runte folgenden Text mit dem Titel
"Tonwerke":
"Wissende Hände - formen - Ton der Erde - klingt - spricht -
mit den Farbtönen - auf seiner Form.
Mein Ton ist Sprache - wird Poesie - Handwerk für Mundwerk -
tönende Worte - Sprachmelodie - Rhythmus - Gedanken der
Erde."
Künstlerisch befassen sich die beiden Rhederinnen mit verwandten
Themen, eben mit allem, was den Kreislauf des Lebens betrifft, mit
dem, was zwischen Geburt und Tod liegt, in den unterschiedlichen
Facetten. Und diese Facetten in der Kombination der beiden
Kunstformen reichen von ernsthaft bis lustig und von besinnlich
bis spannend. Zu verschiedenen Zeiten während des Projektes wird
Gea Runte Texte vortragen. Dabei können die Besucher nicht nur
den Texten lauschen, sondern zugleich die ausgestellten Werke auf
sich wirken lassen - und optimalerweise eben beides zusammen.
"Wir möchten von Gesprächen mit den Besuchern profitieren,
möchten einfach mal wissen, wie so etwas ankommt", so die
übereinstimmende Meinung. Sicherlich ist dies ein seltenes
Projekt, auf dessen Ausgang nicht nur die beiden Künstlerinnen
gespannt sind. Doch für alle Fälle hat Gea Runde noch
"Herzmedizin" parat: "Ich trage mein Herz - wohin
ich will - und manchmal - gehe ich ohne.
Aber mein Herz ist treu - es läuft mir nach - und rettet mich -
vor dem Versagen." |

Ingrid Dickschat-Lorenz (li.) stellt Bilder und
Keramiken aus, Gea Runte liest dazu aus eigenen
Texten. Am Wochenende präsentieren sie ihr
gemeinsames Projekt.
|
|

|
|

Ingrid Dickschat-Lorenz wird am 5. und
19. Dezember im Museum mit Ton arbeiten.
|
Bocholter Borkener Volksblatt vom 02.12.99
"Die Hände machen etwas
anderes als der Kopf"
Ingrid Dickschat-Lorenz gibt Vorführungen im
Museum
Der Ton - die Farbe - mein Leben, den Namen der
Ausstellung mit ihren Werken hat Ingrid Dickschat- Lorenz - ganz
bewusst gewählt. "Die Arbeit mit Ton und Farbe hat für mich
eine sehr persönliche Bedeutung", so die Künstlerin. Seit
vergangenen Samstag haben auch die Besucher des Medizin- und
Apothekenhistorischen Museums in Rhede Zugang zu dieser ganz
privaten Welt. "Die Resonanz auf die Eröffnung war sehr
positiv", freut sich Dickschat-Lorenz. Rund 36 Keramikgruppen
und 18 Bilder hat die Künstlerin in zwei Räumen arrangiert. Dabei
hat sie Themen verarbeitet die, wie sie sagt, "gefühlsmäßig
entstanden." Vorhersagen wie ein Bild oder eine Keramik später
aussehe, könne sie bei Arbeitsbeginn nicht. "Die Hände machen
häufig etwas anderes als der Kopf. Darauf habe ich keinen Einfluss.
Noch bis zum 9. Januar werden die Werke im Rahmen dieser
Einzelausstellung im Rheder Museum zu sehen sein.
Ein halbes Jahr hat Ingrid Dickschat-Lorenz in die konkrete
Vorbereitung der Ausstellung investiert, zahlreiche Stücke speziell
für diesen Zweck gearbeitet. "Und damit es wirklich eine
Überraschung für die Besucher ist, habe ich die Sachen teilweise
versteckt", berichtet sie. Denn Ingrid Dickschat-Lorenz Atelier
in Krechting steht Kunden und Besuchern gleichermaßen offen.
Neben ihrem eigenen künstlerischen Schaffen bietet die ehemalige
Chemielaborantin auch Kurse für andere Liebhaber des erdigen
Materials an. "Die Kurse und die Zusammenarbeit mit anderen
geben mir viel: Vor allem der menschliche Kontakt ist mir
wichtig", erklärt sie. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn
sie im Rahmen ihrer Ausstellung wieder den Kontakt sucht. Am 5. und
19. Dezember wird sie jeweils zwischen 14 und 18 Uhr im Museum vor
den Augen der Besucher mit Ton arbeiten. -cs- |
|

|
| Bocholter Report vom 04.10.97
Kunst im Parkhaus
Bocholt. Zum diesjährigen "Bokeltsen
Treff" fertigte die Rheder Künstlerin Frau Ingrid
Dickschat-Lorenz eine Skulptur für das Projekt "Kunst im
Parkhaus". Diese wurde nun aufgestellt und bei einem Glas Sekt
an die Bocholter Bevölkerung sowie an die Garagenbetriebe Fahrland
übergeben. Die Figur ist, wie Frau Dickschat-Lorenz schilderte,
nach einer Ruhepause in ihrem Kopf entstanden. Alles andere kam beim
modellieren. Der Grundgedanke, Alltag und Keramische Kunst
miteinander zu verbinden ist wie so oft bei ihren Arbeiten, auch
hier zu sehen.
Wer meint, dass ein Parkhaus nur ein trister, grauer Betonbunker
für Fahrzeuge sei, der wird im Parkhaus am Nähkasten schnell
feststellen, dass es auch anders geht. Immer mehr kommt durch die
tolle und rege Teilnahme hiesiger Künstler ein einzigartiges
Projekt und somit auch ein einzigartiges Parkhaus zustande.
Mittlerweile wird die Idee vom Bocholter Garagenbetreiber in anderen
Städten, wo weitere Garagen betrieben werden, fortgeführt. Auch
hier gilt es, eingefahrene Wege zu verlassen und der Kunst einen
neuen Raum zu schaffen. |

|
|

|
|

Ingrid Dickschat-Lorenz will Kindern zeigen,
"dass Handwerk etwas Tolles ist". Fotos: Himmelberg
|

In der Werkstatt Ideen...
|

...für neue Stücke sammeln.
|
|
Rheder Volkszeitung vom Oktober 96
Schnupperkurs im Töpfern
Einstieg mit "Würstchentechnik"
Wenn Ingrid Dickschat-Lorenz unter freiem Himmel
töpfert, stellt sie eines jedes mal fest: "Kinder sind immer
total begeistert. Die bleiben manchmal sogar 15 Minuten still stehen
und gucken einfach nur zu - so begeistert sind sie von dem
Material." Beim Klumpensonntag muss es beim Zuschauen nicht
bleiben. Denn dann bietet die Künstlerin allen Kindern einen
Schnell- und Schnupperkurs im Töpfern an.
Dass sie den Mädchen und Jungen angesichts der knappen Zeit nur im
Schnelldurchgang die wichtigsten Grundregeln ihres Lieblingshobbys
zeigen kann, weiß sie. Aber schließlich komme es erst einmal
darauf an, den Kindern ein Gefühl für das fremde Material zu
vermitteln. Zu zeigen, welche Kunstwerke man aus der knetbaren Masse
zaubern kann. Erfahrbar zu machen, was man alles mit den eigenen
Händen erreichen kann. Darzustellen, wie viel Spaß es macht,
selbst kreativ zu werden. "Ich möchte den Kindern zeigen, dass
Handwerk etwas ganz Tolles ist", nennt Ingrid Dickschat-Lorenz,
die selbst seit 15 Jahren töpfert und seit zehn Jahren Kurse gibt,
ihr Anliegen.
Eine Töpferscheibe braucht sie dafür nicht. Das sei nicht nur viel
zu aufwendig, sondern für die Kinder auch viel zu kompliziert.
Stattdessen geht alles in "Würstchentechnik", wie sie
selber sagt: Einen Klumpen Ton nehmen, ihn zwischen beiden Händen
rollen und - zum Beispiel - kleine Tiere, einen Briefbeschwerer oder
ein schlichtes Schälchen daraus formen. Genauso wie es bereits die
Urvölker in Afrika seit jeher gemacht haben oder bis heute noch
tun.
Die geformten Kunstwerke der jüngsten Klumpensonntagsbesucher nimmt
Ingrid Dickschat-Lorenz - auf Wunsch - mit nach Hause und läßt
sich im Ofen in ihrer Werkstatt brennen, bis sie fest sind. Wer Lust
hat, kann sein Getöpfertes einige Tage später bei der Künstlerin
zu Hause in Krechting abholen - und beim Blick in die Werkstatt oder
in den Verkaufsraum vielleicht auch noch weitere Ideen sammeln für
das nächste Stück. Eventuell sind ja auch noch Plätze frei in den
Kindertöpferkursen, die Ingrid Dickschat-Lorenz seit vielen Jahren
ebenso anbietet wie die für Erwachsene, die sich kreativ betätigen
wollen.
Übrigens: Zusammen mit einer Bekannten bringt Ingrid
Dickschat-Lorenz den Kindern nicht nur das Einmaleins des Töpferns
bei. An einem zweiten Stand verkauft sie zudem Selbstgemachtes - wie
bereits in den vergangenen beiden Jahren beim Klumpensonntag. -ste- |
 |
|
Bocholter Borkener Volksblatt vom November 91
Ton und Papier mit Form und
Farbe zum Leben erweckt
Bocholt. Eine lebendige und farbenfrohe
Abwechselung vom tristen, nebeligen Wetter bietet noch bis zum 24.
November eine Ausstellung im Erdgas-Energie-Info-Zentrum der
Stadtwerke Bocholt. Unter dem Titel "Der Ton, die Farbe, das
Leben" zeigt die Rheder Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz
einen repräsentativen Ausschnitt ihrer kreativen Arbeit.
In kräftigen Farben leuchten Aquarelle, Pastellbilder schaffen, im
Halbkreis angeordnet, einen wirkungsvollen Rahmen für eine Reihe
von großen, aber nicht wuchtig erscheinenden Keramikvasen und -plastiken.
Die Formen der Gefäße bestechen durch ihre Ausgefallenheit. So
erinnert eine in verschiedenen Blautönen glasierte Vase an den
knorrigen Wurzelstock und Stammansatz eines alten Baumes. Auch
versteht es die Künstlerin, manchem ihrer Werke ein eher klassisch
anmutendes oder gar streng geometrisch bestimmtes Äußeres zu
verleihen. Interessante Kombinationen von Gestaltungselementen geben
einigen Ausstellungsstücken ihre Originalität. Beispielsweise
wurden in eine auf den ersten Blick schlichte, quaderförmige
Hohlplastik die Figuren zweier Tänzerinnen eingearbeitet, durch die
das gesamte Objekt erst zum Leben erweckt wird.
Wo sie beim Arbeiten mit Ton durch die Beschaffenheit des Materials
eingegrenzt ist, weiß sich Ingrid Dickschat-Lorenz in der Malerei
zu entfalten. Wie schon bei den Keramiken ist auch bei den Bildern
die beeindruckende Lebendigkeit der Motive ein prägendes
Kennzeichen ihrer Darstellungsart. Die Portraits von Menschen
fremder Kulturen und die Aktstudien sind überwiegend in warmen
Farbtönen gehalten, wobei die schattierungsartig gezeichneten
Konturen weiche Übergänge bewirken.
Susanne Günther |

Zahlreiche Besucher beschafften sich bei der
Ausstellungseröffnung einen Überblick über das Werk
der Künstlerin. Foto: Günther
|
|

|
|

Ingrid Dickschat-Lorenz mit einigen ihrer Werke
Foto: chb
|
Bocholter Borkener Volksblatt vom November 88
Künstlerischer Ader gefolgt
Erste Ausstellung mit Keramiken von Ingrid
Dickschat-Lorenz
Rhede (chb). Angefangen hat es mit einem
Klumpen Ton. Den kaufte sich Ingrid Dickschat-Lorenz vor rund fünf
Jahren. Sie wollte ganz einfach einmal ausprobieren, wie das
Arbeiten mit diesem Werkstoff ist. Sehr schnell reifte in ihr jedoch
der Wunsch, das Schaffen von Keramiken zum beruflichen Lebensinhalt
zu machen.
Völlig neu war dieser Hang zur Kunst nicht; schließlich hatte sie
bereits nach dem Abitur überlegt, "ob ich eine künstlerische
Ausbildung, etwa zur Designerin, oder eine naturwissenschaftliche
machen sollte. Gezeichnet und gemalt habe ich nämlich schon immer
gern", erklärt Ingrid Dickschat-Lorenz die Vorgeschichte.
Die junge Frau wurde zunächst einmal Chemielaborantin. Doch mit
jenem ersten Klumpen Ton brach die Leidenschaft zum Gestalten
endgültig durch. Sie folgte ihrer künstlerischen Ader und nahm
Unterricht an der Töpferschule Schermbeck. Den Kontakt nach dort
hat sie immer noch, denn die Künstlerin will durch den weiteren
Besuch von Kursen ihr Wissen und Können vervollständigen. Ihren
erlernten Beruf als Chemielaborantin dagegen hat sie endgültig
aufgegeben. Seit Beginn des Jahres bemüht sie sich, von der Kunst
zu leben; nach eigenen Angaben mit wachsendem Erfolg, trotz
anfänglicher Schwierigkeiten. Die "Mundpropaganda"
bewirke halt viel.
Sie hat in Bocholt ein "Keramikstübchen" eröffnet, in
dem sie Ton, Glasuren und weiteres Zubehör für Hobbykünstler,
ihre eigenen Arbeiten sowie einen Brennservice anbietet. Am meisten
Freude jedoch hat sie an den Töpferkursen, besonders mit Kindern
bereiten sie ihr viel Spaß. Außerdem genießt sie es, mit vielen
Menschen Kontakt zu haben. Das sei eben ganz anders als in ihrem
ersten Beruf.
Ihre eigenen Werke sind fast immer figürlich-naturalistisch. So
entstehen unter anderem Reliefs, Büsten, Tiere und Bodenvasen. Sie
sind meistens etwa 60 Zentimeter groß. Das hat einen einfachen
Grund: "Wenn die Objekte größer sind, kann man am meisten
Ähnlichkeiten und am besten wesentliche Züge wie Gesicht und
Hände zeigen. Das Darstellen dieser Details erfordert dennoch viel
Klein- und Feinarbeit", erläutert Ingrid Dickschat-Lorenz ihre
Arbeitsweise.
Inzwischen hat die Künstlerin auch ihre erste Ausstellung. Seit
gestern und noch bis zum 18. November einschließlich zeigt sie ihre
Werke in der Volksbank Rhede am Gildekamp. Und damit Interessenten
auch einmal die Technik des Töpferns hautnah sehen können,
demonstriert sie diese am Freitag, dem 11. November, ab 14 Uhr an
gleicher Stelle. |
|