Ton in der Erde gebrannt
Sehr genau nahmen es Georg Mayerhanser
und Ingrid Dickschat-Lorenz
bei der Vorbereitung des Erdbrandes. Foto: uk
 

Trostberger Tagblatt vom 12.08.2009

Waldhausen: Ton in der Erde gebrannt

Die Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz zu Gast bei Georg Mayerhanser

Waldhausen (uk). Ein künstlerisches Experiment ist der Tonkünstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz gelungen. Bei einem Besuch bei Metallkünstler Georg Mayerhanser in Waldhausen brannte sie Tongefäße, die aus Waldhausener Lehmboden gefertigt wurden, in eben diesem Boden.

"Wenn ich den Ton in den Händen halte, dann ist das so, als würde ich eine Symbiose mit diesem erdigen Material eingehen", umschreibt die Ton- und Keramikkünstlerin und Malerin Dickschat-Lorenz aus Rhede ihre Beziehung zum Werkstoff Ton. Seit 1987 ist sie künstlerisch tätig, und ihre Werke waren schon in vielen Ländern bei Ausstellungen zu sehen. "Der Ton - die Farbe - mein Leben" umreißt sie ihre Passion. "Das ist so wichtig wie jeder Atemzug in meinem Leben."

Auf einer gemeinsamen Ausstellung der "Haltestelle Kunst" in Nürnberg lernten sich der Schnaitseer Metallkünstler Mayerhanser und Dickschat-Lorenz kennen. Bei einem Besuch auf Mayerhansers Bauernhof und Atelier stellte sie die Besonderheit der lehmhaltigen Waldhauser Erde fest.

Sofort gebannt von diesem natürlichen Werkstoff, nahm die Künstlerin einiges davon mit nach Hause in ihre Werkstatt und modellierte daraus Skulpturen und Gefäße. Um dem ganzen einen besonderen Touch zu geben, kam sie jetzt zurück nach Waldhausen, um die Kunstwerke in der Erde zu brennen, aus der sie entnommen wurde.

In die rund 60 Zentimeter tiefe Grube wurden zunächst erwärmte Granitsteine gelegt. Auf Sägemehl, Zeitungsschnitzeln

Bananenschalen und Salz

und grob gehäckseltem Feuerholz wurden die Werke in die Erde gestellt. Dies wurde in mehreren Schichten wiederholt. Dazu gab die Künstlerin getrocknete Bananenschalen, Salz und Backpulver. "Diese besonderen Zugaben sollen eine besondere Färbung beim Brennen geben", erklärte sie die seltsame Zusammenstellung der Zutaten. Dann wurden Holzscheite aufgerichtet und angezündet. Nach einer guten Stunde waren diese verbrannt und glühten nach unten durch die Schichten.

Zugedeckt mit Erde brannte der Ton dann etwa sechs bis sieben Stunden. "Jetzt ist es wie Weihnachten, wenn man verpackte Geschenke öffnet," war auch die Künstlerin auf das Ergebnis gespannt. Und siehe da, vom Feuer fantasievoll gefärbte Werke kamen da zum Vorschein.

Nürnberger Stadtanzeiger Süd vom 01.08.07

"Sex auf Kraut ist falsch"

Was Südstädter über die Haltestelle Kunst denken - Viel Lob und wenig Kritik

Haltestelle Kunst: Nachdem die Skulpturen in der Südstadt durch mutwillige Zerstörungen zuerst vor allem traurige Schlagzeilen machten, lockt der Kunstweg nun immer mehr Leute zum Bummeln, Schauen und Rätseln. Auch der Stadtanzeiger folgte den gelben Fußspuren durch die Südstadt und fragte Anwohner und Passanten, was sie von der Kunstaktion im Stadtteil halten.

Mit kritischem Blick gehen Elfriede und ihr Mann entlang der mit gelben Füßen markierten Route der "Haltestelle Kunst" und ordnen die hier aufgestellten Werke ein: "Es ist schön, wenn man versteht, was es sein soll, wie etwa bei dieser Feuersäule von Mirko Siakko-Flodin hier", urteilt das Ehepaar aus der Südstadt. "Aber anderes hätten sie sich auch sparen können" - sie deuten auf die abstrakte Betonstahlskulptur von Dan Richter-Levin: "Das is einfach a gaglichs Zeigl. Da weiß man gar nicht, was es sein soll."

Wer Erklärungen sucht hat es nicht immer leicht - auch im Südstadtpark stehen zwei mit der Bewachung der Kunstwerke beauftragten Menschen ... "Ob da jetzt was fehlt, oder ob das so gehört - keine Ahnung. Da müssen wir selber mal in der Bretterbude am Aufseßplatz fragen." Doch die hat zu.

Dem zehnjährigen Michael gefällt die Skulpturenausstellung auch ohne Erklärung: "Ich find's gut, dass hier die Kunst-Sachen rumstehen. Am besten gefällt mir das bunte mit den Scheiben zum durchgucken (die Weltenbrille von Georg Mayerhanser). Insgesamt ist das alles mehr zum Anschauen als zum Spielen - auch wenn bei einem Spielzeugautos dabei sind. Wenn jemand die Kunstwerke kaputt macht, finde ich das nicht gut. Aber ich weiß auch nicht, was man dagegen machen kann.

Auch der 60-jährige Werner Wagner ist auf dem Aufseßplatz unterwegs - wenn auch nicht in erster Linie wegen ... ja selbst Künstler - Schriftenmaler. Ich kann über ein dutzend Schriftarten in Spiegelschrift schreiben. Aber immer weniger Leute verwenden handgemalte Schriften, obwohl sie viele Vorteile haben, etwa haltbarer und persönlicher sind. Deshalb kann ich nicht mehr davon leben und sammle jetzt Pfandflaschen. Damit verdiene ich mindestens acht Euro am Tag. Die Kunstwerke sind mir eigentlich egal." Bis auf eines: Das große Bratwurstherz von Angelika Reinecke: "Da steht nämlich auf der Rückseite "SEX AUF KRAUT". Kunst hin oder her - das ist falsch! Das müsste eigentlich "SECHS MIT KRAUT" heißen. Denn am Anfang stand das neben der Imbissbude. Und da haben sich die Damen dort total geschämt, weil es durch die Schrift so aussah, als gäbe es hier käufliche Liebe. Aber dann haben wir uns an die Stadt gewandt und die haben das Kunstwerk weiter weg vom Imbissstand gestellt."

Manche Kunstwerke haben dagegen unerwartete praktische Vorteile - zum Beispiel die Skulptur "Auf verschlungenen Wegen" von Remo Leghissa, die direkt bei der Hof-Einfahrt von Radio Z am Kopernikusplatz steht: "Hier wurde sonst immer wild geparkt. Seit dieses spannende moderne Werk da steht geht das nicht mehr!", lacht Syl Glawion vom Vorstand des Alternativsenders und langjährige Südstadtbewohnerin. "Ich habe mich total gefreut, dass Kunst in die Südstadt gebracht wird. Denn die Leute hier sind etwas anders - die meisten würden nie in ein Museum gehen. Es wäre nur schön, wenn man etwas mehr über die Hintergründe zu den Werken erfahren würde, etwa durch eine ausführliche Infotafel. Dann würden es die Leute vielleicht auch besser annehmen. Mich wundert es nicht, dass es Zerstörungen gab, aber es ärgert mich, dass gleich wieder von islamischen Fundamentalisten die Rede war - das können genauso gut Kinder gewesen sein." Für ihren Sender ist die Kunstaktion natürlich auch ein Thema: "Das nächste Mal berichten wir am Mittwoch ... zin Stoffwexl zwischen 16 und 18 Uhr über die Haltestelle Kunst." Syls persönliches Lieblingskunstwerk ist übrigens nicht die autoscheuchende Metallschlange von Leghissa, sondern die afrikanisch anmutenden Frauen mit den dicken Bäuchen von Ingrid Dickschat-Lorenz!"

Die stehen ein paar Meter weiter südlich genau vor dem kleinen Buchladen von Steffen Beutel am Kopernikusplatz: "Ich finde das eine gelungene Aktion", meint dieser. "Ich seh das ja immer von meinem Fenster aus: Die Leute bleiben wirklich stehen und schauen sich die Sachen an. Ich hab auch nur positive Reaktionen gehört - Die Kunst belebt das Viertel und macht es spannender. Dass einer über die Werke gemeckert hat, hab ich bisher nicht erlebt. Deswegen finde ich auch, dass man die Vandalismus-Vorfälle nicht so an die große Glocke hängen sollte: Zerstörungen gibt es überall, das ist nicht typisch Südstadt. Ich glaube, die Leute werden die Kunstwerke vermissen, wenn sie weg sind."


Syl Glavion vermisst Informationen zu den
Kunstwerken.

 

 

 

 

 

 


Werner Wagner hält die Bratwurst-Installation
(Sex auf Kraut) für weniger gelungen.
Fotos: Peter Romir

 

 

 

 

 

 

Nürnberger Zeitung vom 18.07.07

NZ-Foto-Galerie

Zugegeben, es ist ein Wagnis, Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. Es ist aber gleichzeitig ein Erlebnis. Besonders, wenn die Kunst in einem Stadtteil platziert wird, in dem Menschen unterschiedlicher Kulturen leben, wie in der Südstadt. Gleichzeitig findet es in dem Viertel hinter der Bahnlinie, in dem rund 60000 Bürger wohnen, sein Publikum.

Der mutige Schritt wird mit viel Aufmerksamkeit belohnt. Nicht nur, weil einige den Kunstwerken mit brutalen Mitteln zu Leibe rücken, sondern weil sich die beteiligten Künstler viel Mühe geben, ihre Ideen zu vermitteln. Es gibt zahlreiche Aktionen mit Schulklassen und auch Führungen.

Man möchte auf jeden Fall den alten Slogan: "Auf in den Süden" reaktivieren und alle einladen, sich selbst ein Bild von der Sache zu machen.

Bis zum 15. August ist die Freiluft-Galerie zwischen Aufseßplatz und Gartenstadt kostenlos zu besichtigen.

Bocholter Borkener Volksblatt vom 04.06.07

Figuren voller Kraft und Vitalität

Zum 20-jährigen Berufsjubiläum lud die Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz am Wochenende gemeinsam mit fünf Kollegen zu einer Ausstellung ein. Die Besucher konnten bunte Tonfiguren, Sandstein-Skulpturen, aber auch Hüte, Schmuck und Geschichten und Gedichte auf sich wirken lassen.

Von Michael Stukowski

Rhede Auch nach zwanzig Jahren haben die Keramikarbeiten von INgrid Dickschat-Lorenz, die jeweils in minutiöser Kleinarbeit Schicht für Schicht entstanden sind, nichts von der Frische und Vitalität verloren. Ihre Tonfiguren strotzen geradezu vor Kraft. Erdverbunden und besonders in der unteren Hälfte voluminös angelegt, verjüngen sich ihre Formen zur Spitze hin. "Die Antenne nach oben", wie die Künstlerin sagt, kommt in fast allen ihren Arbeiten klar zum Ausdruck.

Neben der Kontrasthaftigkeit fallen besonders die satten Farben auf. Die Figuren leuchten so stark, dass man sie selbst aus großer Entfernung nicht übersehen kann. Und sie deuten mit ihren Haltungen und Gesten eine Dynamik an, die ganz unterschiedliche Geschichten erzählt und die Fantasie des Betrachters lockt.

"Mit allen Sinnen" heißt die Ausstellung, die die Rheder Künstlerin zu ihrem 20-jährigen Berufsjubiläum jetzt zusammen mit fünf Kollegen präsentierte. Im Vorgarten ihres Atelierhauses am Lönsweg fallen dem Besucher sofort die großen Skulpturen und Köpfe auf, die der Weseler Bildhauer Hans-Christoph Hoppe aus Sandstein geschaffen hat. Geronnenes Leben ist in den Gesichtern sichtbar, als hätte sich das einzelne Schicksal tief in die Konturen eingraviert. Auch die Falten, Dellen und Narben tragen zu dem unverwechselbaren Charme bei. Oft muten die Gesichtszüge wie eingefallen an. Die knorrigen Nasen und kräftigen Kinnpartien erscheinen wuchtig, während die Lippen häufig leicht geöffnet sind, als wären dort einzelne Kommentare verewigt.

Nicht minder fantasievoll sind die pfiffigen Hut-Kreationen von Petra Grenz (Gelsenkirchen). Das beweisen schon Namen wie "Lakritzen, grenzüberschreitend" oder der "Planetentraum". Den Wendehut "Dürer", den die Künstlerin dem berühmten Maler gewidmet hat, kann man bei unterschiedlichen Anlässen und Stimmungen tragen, indem man einfach sein Innenfutter nach außen drückt und somit einen anderen Hut erhält. Die Kopfbedeckungen bestehen aus so unterschiedlichen Materialien wie Kunstseide oder Hahnenfedern und kosten zwischen 45 und 750 Euro. So filigran wie die Schmuckstücke der Arnheimer Goldschmiedin Nadine Fillies, die ebenfalls zu sehen war, fielen auch die Geschichten und Gedichte von Gea Runte aus. Unter dem Titel "Ein Liter Literatur" las die Rhederin aus ihrem Werk vor. Das kleine Figurentheater, das Elke Friedling (Reken) im Garten zeigte, erfreute dagegen die jungen und älteren Besucher gleichermaßen.


Fast schon liebevoll umfasst Ingrid
Dickschat-Lorenz
eine ihrer bunten Figuren.
(Foto: Stukowski)

 

 

 

 

 

 

 

 

INFO

Ingrid Dickschat-Lorenz

Seit 20 Jahren ist die Rhederin als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in Keramikarbeiten und in der Malerei. Bei ihrem erdhaften bodennahen Stil verzichtet sie auf den Einsatz einer Drehscheibe.

 


Ingrid Dickschat-Lorenz in ihrem Atelier. Hier
arbeitet sie gerade an der Skulpturen-Gruppe
"Mit allen Sinnen". Noch sind die Figuren in zarten
Pastelltönen
bemalt, doch durch die Glasur
und das letzte Brennen werden daraus bis
zur Ausstellung kräftige Farben. (FOTO: HECKER)

 

 

 

 

 

 

 

INFO
Sechs Künstler

Die Kunstausstellung zum Jubiläum von Ingrid Dickschat-Lorenz öffnet Samstag und Sonntag, 2. und 3. Juni, von 11 bis 18 Uhr im Atelier am Lönsweg 16. Mit dabei sind Nadine Fillies, Goldschmiedin aus Arnheim, die auf der Vaakschool Schoonhoven studiert hat. Elke Frieling aus Reken kommt mit ihren "Kleinen Bühne Allerleirauh" mit selbst gestalteten Figuren und poetischen Texten nach alten Märchen und Legenden. Ihre Aufführungen sind an beiden Tagen um 12 und um 15 Uhr. Petra Grenz aus Gelsenkirchen zeigt mit ihren fantasievollen Hutgebilden "Kunst am Kopf". Hans-Christoph Hoppe aus Wesel beschäftigt sich in seinen Zeichnungen, Holzschnitten und Skulpturen mit dem Thema "Mensch". Die Rhederin Gea Runte schließlich schreibt seit über 20 Jahren Erzählungen, Kurzgeschichten und Gedichte. Sie liest unter dem Titel "Ein Liter Literatur" jeweils um 14.00 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr.

Bocholter Borkener Volksblatt vom 31.05.07

Kunstwerke aus Keramik

Vor 20 Jahren machte Ingrid Dickschat-Lorenz ihr Hobby zum Beruf. Seitdem gibt sie Keramikkurse und machte sich einen Namen als Künstlerin. Derzeit bereitet sie sich auf die Internationale Skulpturenausstellung in Nürnberg vor und auf ihre Jubiläumsausstellung am Wochenende.

Von Sabine Hecker

Rhede-Krechting In der alten Fahrradwerkstatt ihres Schwiegervaters in Bocholt richtete sich Ingrid Dickschat-Lorenz vor 20 Jahren ihren ersten Arbeitsraum ein. "Keramikstübchen Ottostraße 26" steht auf dem Schild von damals. Heute hängt es im Atelier in Krechting am Lönsweg und erinnert Ingrid Dickschat-Lorenz an ihre Anfänge. Damals gab die Künstlerin ihre ersten Töpferkurse, fertigte Vasen, Blumenkästen, Haustürschildchen, kleine Figuren - so wie es damals Mode war.

Zwei Jahrzehnte später lebt Ingrid Dickschat-Lorenz ihren Traum von der Selbstständigkeit als Künstlerin noch immer. Inzwischen arbeitet sie in ihrem Atelier am Lönsweg und hat sich mit ihrer Kunst-Keramik einen Namen gemacht. Derzeit bereitet die 47-Jährige nicht nur eine besondere Ausstellung zum Jubiläum vor, sondern zudem ihre Teilnahme an der internationalen Skulpturenausstellung in Nürnberg, zu der sie bereits zum zweiten Mal eine Einladung hat. 2003 zeigte sie dort erstmals einige Arbeiten - für Dickschat-Lorenz der bislang größte Erfolg. Denn für Nürnberg meldet man sich nicht an, man wird eingeladen. Vom 14. Juli bis zum 14. August ist die Krechtingerin eine von 38 Künstlern aus aller Welt, die in Nürnberg ihre Arbeiten unter freiem Himmel ausstellen.

Was Dickschat-Lorenz dort zeigen wird, können die Besucher ihrer Jubiläums-Ausstellung bereits am kommenden Wochenende sehen. Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Juni, lädt sie gemeinsam mit Künstlerkollegen in ihr Atelier für Keramik und Malerei (KM). Bis dahin will sie ihre Fünfer-Skulpturengruppe "Mit allen Sinnen" fertig haben und einen Teil der Zweier-Gruppe "De-Maskerade" zeigen. Die besteht aus zwei Figuren die jeweils über zwei Meter groß sind und aus drei Teilen zusammengesetzt - genau so berechnet, dass die Teile gerade noch in den größeren der beiden Brennöfen im Atelier passen. Alle Skulpturen für Nürnberg haben die für Dickschat-Lorenz' Kunstwerke seit einigen Jahren typischen geerdeten Formen - mit breiten Hüften und nach oben hin werden sie fast filigran.

Bei der Ausstellung in Krechting zeigt Dickschat-Lorenz Skulpturen unterschiedlicher Größe, fast alle in kräftigen Farben, außerdem einige ihrer Bilder, denn seit vielen Jahren malt die Krechtingerin auch. Allerdings komme sie selten dazu, sagt Dickschat-Lorenz.

Dass es ihr Atelier auch nach 20 Jahren noch gibt, ist für Ingrid Dickschat-Lorenz ein Grund zu feiern. Das tut sie am Wochenende im Haus und im Garten. Dort sind dann die Figuren und Bilder der Gastgeberin zu sehen, zudem Goldschmiedearbeiten und Hutgebilde. Außerdem gibt es Literatur und Erzähl-Theater in Atelier und Garten.

Rheinische Post vom 15.06.05

Geerdete Kunst in der Turmwindmühle

Von Hanne Buschmann

Hamminkeln Wenn die Sonne scheint, stehen einige Keramik-Plastiken im Vorgarten der Dingdener Turmwindmühle und hängen etliche Bilder unter der Pergola. Im Normalfall sind sie natürlich drinnen zu besichtigen. Jürgen Müller lädt wieder einmal zu einer Ausstellung ein. Sonntag, 11.30 Uhr, ist Eröffnung. Margret Schapdick, Rhede, wird zur Einführung sprechen.

Ingrid Dickschat-Lorenz, die als freie Künstlerin in Rhede wirkt, zeigt bis zum 10. Juli eine Auswahl aus ihrem Schaffen. "Mutter Erde ist mein Thema. Ich selbst bin geerdet", sagt sie. Dass sie dem Wesen des Planeten, der uns Menschen das Leben überhaupt ermöglicht, nachspürt, ist an jedem Kunstwerk abzulesen. Die vielen Jahre kollektiver Erinnerung an das Wunder des Werdens und das Wissen um die Geburt der Zukunft sind in jeweils anderer Gestalt zu Zeichen von urtümlicher Kraft geworden.

Glasierter Ton

Auf mächtigen Beinen stehen schwangere Frauen da, ihren vorgewölbten Leib beschützend, wie mit der Erde, der Allesgebärenden, fest verwachsen. Der gebrannte Ton, der roh aus dem Boden geschöpft wurde, ist mit matter Bronze- oder Stahlfarbe glasiert. Ein überdimensionierter länglicher Kopf, dessen Augen, Nase, Mund angedeutet sind, spricht von der Kreativität des menschlichen Geistes und der Kontemplation der Seele.

Dickschat-Lorenz' Ölgemälde sind stilisiert, oft bis zur Abstraktion vom Alltäglichen gereinigt. Als Konzentrat geblieben sind Konturen von menschlichen Körpern oder Körperteile in Gebärden der Demut, Freude, Hingabe. Sie schweben im Rot des Feuers, im Blau des Himmels, im Grün der Erde oder im strahlenden Gelb des Lichtes. Oder die Leiber sind eins mit dem Lebenswasser oder mit dem Sternenstaub. Die Bilder regen Gedanken an. Noch mehr die reinen Abstraktionen: Quadrate aus Gelb, Grün, Rot, Symbole der Erde, pulsen im Kreuzungspunkt kosmischer Linien.


"Mutter Erde" ist das Thema von
Ingrid Dickschat Lorenz. Die Künstlerin aus Rhede
stellt zur Zeit in der Turmwindmühle in Dingden
Skulpturen und Ölbilder aus. (RP-Foto: Ekkehart Malz)

Mögeldorfer Sommer
Stadtteilmagazin Sommer 2003

Haltestelle! Kunst
Internationale Skulpturenausstellung

Haltestelle! Kunst - Internationale Skulpturenaus- stellung auf der Insel des Zeltnerschlosses und im Stadtteil -

Der Kulturladen Zeltnerschloss initiiert diese Ausstellung vom 03.07. bis 27.07. zusammen mit dem Amt für Wohnen und Stadterneuerung unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr. Lehner, der Kulturreferentin der Stadt Nürnberg. Die Stadtteile St. Peter und Gleißhammer verwandeln sich in dieser Zeit in einen großen Kunstpark. Mit einer Skulpturenausstellung präsentieren die Künstler aus aller Welt ihre Werke.

Ein Kulturladen wird "Haltestelle! Kunst". Warum? Gehört Kunst nicht eher ins Museum, anstatt nach Gleißhammer, gleich um die Ecke? Der Kulturladen Zeltnerschloss sieht das anders und holt deshalb Künstler, Künstlerinnen und Kunst von überall her in den Alltag der Menschen, vor ihre Haustür und in ihr Wohnviertel.

Wozu also dieses aufwendige Experiment? "Haltestelle! Kunst" versteht sich als Einladung an die Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils, sich inspirieren und animieren zu lassen und sich vielleicht auch zu streiten über die Kunst in ihrer direkten Umgebung. Freilich wird ihnen nichts vor die Nase gesetzt, vielmehr wollen die Künstler die Menschen einbinden. Selbst kreativ werden, Vorurteile begraben, neue Erfahrungen machen und mit den Nachbarn aus aller Welt ins Gespräch kommen - all das kann Kunst. Davon sind die Ausstellungsmacher fest überzeugt.

Gleißhammer und St. Peter sind Sanierungsstadtteile. Viertel, die viele Probleme haben und die behutsam erneuert werden sollen. Dabei kann die "Haltestelle! Kunst" helfen. Denn wer sich mit seinem Viertel und dessen Vorzügen identifiziert, der bleibt und hilft mit, Vieles zu verbessern.

Aber es sind nicht nur die großen Künstler, die Ihre Werke präsentieren, auch die "kleinen Kreativen" sind mit eingebunden, wie zum Beispiel Schüler der Grund- und Hauptschule Scharrerstraße, viele Kindergärten und Kinderhorte aus den Stadtteilen beteiligen sich und machen Kunst für Alle erlebbar.

Steigen ie ein an der "Haltestelle! Kunst" und erleben Sie ein Abenteuer, das sie 24 Tage lang aus dem Häuschen bringen wird!

HEPHAISTOS 9/10 2003

Internationaler Skulpturenpfad, Nürnberg

Stadtteil bietet Stellfläche

Mitten im Wohnviertel saßen Aluminiummenschen auf Bänken, standen stahlharte Frauen im Kreis und rostige Faltfiguren im Gras - die erste >>Haltestelle! Kunst<< begeisterte, die zweite ist in Planung

Rund um das Nürnberger Zeltnerschloss, in den Stadtteilen Gleißhammer und St. Peter, fanden im Juli der erste internationale Skulpturenpfad >>Haltestelle! Kunst<< statt. Etwa die Hälfte der 30 Aussteller aus 28 Ländern waren Metallgestalter, darunter zum Beispiel Maurice den Boer aus den Niederlanden mit seinen drei Frauenskulpturen aus Bronze, Mirko Siakkou-Flodin aus Deutschland mit einer riesigen Stahlnase oder Risto Immonen aus Finnland, der die Stahlskulpturen >>Angel<< und >>Steven<< präsentierte. Für seine Leuchtkakteen aus Drahtgeflecht erhielt der Österreicher Christoph Luckeneder einen der drei mit je 1000 Euro dotierten Preise. Auch verkauft wure einigen, zum Beispiel für die fünf Bronzearbeiten von Ziegmunds Bilies aus Lettland für insgesamt 20000 Euro.

>>Die Resonanz war enorm<<, berichtet Angelica Reinecke, bildende Künstlerin und Initiatorin von >>Haltestelle! Kunst<<, >>pro Tag kamen mindestens 100 Besucher, um sich die Werke rund um das Wasserschloss anzuschauen.<< Gefragt waren auch Reineckes Führungen, fünf auf die drei Wochen verteilt, an welchen jeweils 45 Interessierte teilnahmen. Das vielseitige Rahmenprogramm mit Jazz-Abenden und Workshops für Kinder sowie das meist gute Wetter trugen ein Weiteres zum Erfolg der Ausstellung bei.

Zwei Jahre lang hatte die studierte Kulturmanagerin in Zusammenarbeit mit dem Kulturladen Zeltnerschloss, dem Amt für Kultur und Freizeit und dem Amt für Stadterneuerung das Projekt vorbereitet. In etwa diesem Zeitraum ist die nächste, zweite >>Haltestelle! Kunst<< geplant. Weitere Informationen unter: angelica.reinecke@odn.de (da)


Künstler, die mit einer Skulptur vertreten sind,
posieren beim Gruppenbild im Park des
Wasserschlosses. Foto: Hippel

Service vom 15. Juli 2003

Internationaler Kunst-Pfad

Ein internationaler Skulpturenpfad zieht sich noch bis zum 27. Juli rund um das Nürnberger Zeltnerschloss und sorgt unter dem Titel "Haltestelle! Kunst" für die sinnenreiche Begegnung mit "Federbooten" und stummen "Musikern", "Woll-Glas-Schafen" oder einer riesigen "Nase im Wind".

30 Künstler aus 28 Nationen haben den Stadtteil Gleißhammer/St. Peter künstlerisch vernetzt. Unter ihnen hat die Jury jetzt drei erste, mit jeweils 1000 Euro dotierte Preise verliehen. Ausgezeichnet wurde Christoph Luckeneder für seine Leuchtkakteen, Bruno Steiger für seine auf der Insel des Zeltnerschlosses ausgestellten kleinen Skulpturen sowie Dan Richter-Levin für seine großen Holzobjekte. Zur Erholung nach dem Rundgang lädt heute (14-17 Uhr) das Café am Zeltnerschloss ein. Ab 14.30 Uhr können sich Kinder vor der "Luise-Cultfactory" (Scharerstr. 15) an "Skulpturenkunst" versuchen (Info-Tel.: 0911/472945) nn

Bocholter Report vom 06.11.02

Künsterlinnen treffen sich am "Tatort Kunst"

Rhede. "Tatort Kunst" - so heißt ein Projekt, bei dem Künsterlinnen aus dem gesamten Münsterland ihre Arbeitsräume und Ateliers für die Öffentlichkeit öffnen und allen Interessierten die Möglichkeit geben, in das Kunstschaffen Einblick zu nehmen. Nachdem an den vergangenen beiden Wochenenden Orte in den Kreisen Warendorf und Steinfurt Kunst-Tatorte boten, ist an diesem Wochenende der Kreis Borken an der Reihe. Und hier wird im näheren Umkreis Rhede zum "Tatort Kunst", genauer gesagt, das "Atelier KM" am Lönsweg, wo die Rheder Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz arbeitet. Am kommenden Samstag, 16. November, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr lädt sie zusammen mit der Gea Runte zu einem gemeinsamen Projekt ein. "Das ist für uns ein interessantes Experiment, wir sind gespannt, was sich am Wochenende tut", so Gea Runte, die schon seit gut 20 Jahren eigene Texte, von Kurzgeschichten über Reiseberichte bis hin zu Gedichten, schreibt. Denn schließlich ist das Atelier an diesem Wochenende nicht nur Ausstellungsort, zu den Bildern und Keramiken von Ingrid Dickschat-Lorenz wird Gea Runte ihre eigenen Texte lesen. Die "Schreibtischtäterin" und die bildende Künstlerin haben sich 1999 näher kennen gelernt. "Ich hatte eine Ausstellung im Medizin- und Apothekenhistorischen Museum, in dem Gea Runte arbeitet und u. a. für solche Veranstaltungen zuständig ist", erzählt Ingrid Dickschat-Lorenz. "So kamen wir immer häufiger ins Gespräch und tauschten uns aus." Damit lernte sie auch etliche Texte Gea Runtes kennen. "Wir stellten bald fest, dass wir uns gefühlsmäßig auf einer Ebene bewegen", ergänzt Gea Runte. "Wir verstehen uns künstlerisch gegenseitig: Ich verstehe die meisten ihrer Werke, uns sie versteht umgekehrt die meisten meiner Texte. Eine solche Übereinstimmung erlebt man nicht oft." Mehr und mehr stellten die beiden Rheder Künstlerinnen dabei fest, dass so mancher Text, der vielleicht schon vor einiger Zeit geschrieben wurde, genau zu einem Bild oder einer Skulptur passte, wobei natürlich beides unabhängig voneinander entstand, schließlich kannten sich beide ja noch nicht. Mit Blick auf das anstehende Projekt am Wochenende hat Gea Runte jedoch auch einige Texte geschrieben, die ausdrücklich Bezug auf Werke von Ingrid Dickschat-Lorenz nehmen, oder sich allgemein auf den Prozess des künstlerischen Schaffens beziehen. Im Atelier wird am Wochenende ein besonderes Gästebuch ausliegen, das mit einigen "Gegenüberstellungen" eröffnet wird. Gewissermaßen als Einleitung und als Darstellung des gemeinsamen Projektes auf poetischem Wege schrieb Gea Runte folgenden Text mit dem Titel "Tonwerke":
"Wissende Hände - formen - Ton der Erde - klingt - spricht - mit den Farbtönen - auf seiner Form.
Mein Ton ist Sprache - wird Poesie - Handwerk für Mundwerk - tönende Worte - Sprachmelodie - Rhythmus - Gedanken der Erde."
Künstlerisch befassen sich die beiden Rhederinnen mit verwandten Themen, eben mit allem, was den Kreislauf des Lebens betrifft, mit dem, was zwischen Geburt und Tod liegt, in den unterschiedlichen Facetten. Und diese Facetten in der Kombination der beiden Kunstformen reichen von ernsthaft bis lustig und von besinnlich bis spannend. Zu verschiedenen Zeiten während des Projektes wird Gea Runte Texte vortragen. Dabei können die Besucher nicht nur den Texten lauschen, sondern zugleich die ausgestellten Werke auf sich wirken lassen - und optimalerweise eben beides zusammen. "Wir möchten von Gesprächen mit den Besuchern profitieren, möchten einfach mal wissen, wie so etwas ankommt", so die übereinstimmende Meinung. Sicherlich ist dies ein seltenes Projekt, auf dessen Ausgang nicht nur die beiden Künstlerinnen gespannt sind. Doch für alle Fälle hat Gea Runde noch "Herzmedizin" parat: "Ich trage mein Herz - wohin ich will - und manchmal - gehe ich ohne.
Aber mein Herz ist treu - es läuft mir nach - und rettet mich - vor dem Versagen."


Ingrid Dickschat-Lorenz (li.) stellt Bilder und
Keramiken aus, Gea Runte liest dazu aus eigenen
Texten. Am Wochenende präsentieren sie ihr
gemeinsames Projekt.


Ingrid Dickschat-Lorenz wird am 5. und
19. Dezember im Museum mit Ton arbeiten.

Bocholter Borkener Volksblatt vom 02.12.99

"Die Hände machen etwas anderes als der Kopf"

Ingrid Dickschat-Lorenz gibt Vorführungen im Museum

Der Ton - die Farbe - mein Leben, den Namen der Ausstellung mit ihren Werken hat Ingrid Dickschat- Lorenz - ganz bewusst gewählt. "Die Arbeit mit Ton und Farbe hat für mich eine sehr persönliche Bedeutung", so die Künstlerin. Seit vergangenen Samstag haben auch die Besucher des Medizin- und Apothekenhistorischen Museums in Rhede Zugang zu dieser ganz privaten Welt. "Die Resonanz auf die Eröffnung war sehr positiv", freut sich Dickschat-Lorenz. Rund 36 Keramikgruppen und 18 Bilder hat die Künstlerin in zwei Räumen arrangiert. Dabei hat sie Themen verarbeitet die, wie sie sagt, "gefühlsmäßig entstanden." Vorhersagen wie ein Bild oder eine Keramik später aussehe, könne sie bei Arbeitsbeginn nicht. "Die Hände machen häufig etwas anderes als der Kopf. Darauf habe ich keinen Einfluss.
Noch bis zum 9. Januar werden die Werke im Rahmen dieser Einzelausstellung im Rheder Museum zu sehen sein.
Ein halbes Jahr hat Ingrid Dickschat-Lorenz in die konkrete Vorbereitung der Ausstellung investiert, zahlreiche Stücke speziell für diesen Zweck gearbeitet. "Und damit es wirklich eine Überraschung für die Besucher ist, habe ich die Sachen teilweise versteckt", berichtet sie. Denn Ingrid Dickschat-Lorenz Atelier in Krechting steht Kunden und Besuchern gleichermaßen offen.
Neben ihrem eigenen künstlerischen Schaffen bietet die ehemalige Chemielaborantin auch Kurse für andere Liebhaber des erdigen Materials an. "Die Kurse und die Zusammenarbeit mit anderen geben mir viel: Vor allem der menschliche Kontakt ist mir wichtig", erklärt sie. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn sie im Rahmen ihrer Ausstellung wieder den Kontakt sucht. Am 5. und 19. Dezember wird sie jeweils zwischen 14 und 18 Uhr im Museum vor den Augen der Besucher mit Ton arbeiten. -cs-

Bocholter Report vom 04.10.97

Kunst im Parkhaus

Bocholt. Zum diesjährigen "Bokeltsen Treff" fertigte die Rheder Künstlerin Frau Ingrid Dickschat-Lorenz eine Skulptur für das Projekt "Kunst im Parkhaus". Diese wurde nun aufgestellt und bei einem Glas Sekt an die Bocholter Bevölkerung sowie an die Garagenbetriebe Fahrland übergeben. Die Figur ist, wie Frau Dickschat-Lorenz schilderte, nach einer Ruhepause in ihrem Kopf entstanden. Alles andere kam beim modellieren. Der Grundgedanke, Alltag und Keramische Kunst miteinander zu verbinden ist wie so oft bei ihren Arbeiten, auch hier zu sehen.
Wer meint, dass ein Parkhaus nur ein trister, grauer Betonbunker für Fahrzeuge sei, der wird im Parkhaus am Nähkasten schnell feststellen, dass es auch anders geht. Immer mehr kommt durch die tolle und rege Teilnahme hiesiger Künstler ein einzigartiges Projekt und somit auch ein einzigartiges Parkhaus zustande. Mittlerweile wird die Idee vom Bocholter Garagenbetreiber in anderen Städten, wo weitere Garagen betrieben werden, fortgeführt. Auch hier gilt es, eingefahrene Wege zu verlassen und der Kunst einen neuen Raum zu schaffen.


Ingrid Dickschat-Lorenz will Kindern zeigen,
"dass Handwerk etwas Tolles ist". Fotos: Himmelberg


In der Werkstatt Ideen...


...für neue Stücke sammeln.

Rheder Volkszeitung vom Oktober 96

Schnupperkurs im Töpfern

Einstieg mit "Würstchentechnik"

Wenn Ingrid Dickschat-Lorenz unter freiem Himmel töpfert, stellt sie eines jedes mal fest: "Kinder sind immer total begeistert. Die bleiben manchmal sogar 15 Minuten still stehen und gucken einfach nur zu - so begeistert sind sie von dem Material." Beim Klumpensonntag muss es beim Zuschauen nicht bleiben. Denn dann bietet die Künstlerin allen Kindern einen Schnell- und Schnupperkurs im Töpfern an.
Dass sie den Mädchen und Jungen angesichts der knappen Zeit nur im Schnelldurchgang die wichtigsten Grundregeln ihres Lieblingshobbys zeigen kann, weiß sie. Aber schließlich komme es erst einmal darauf an, den Kindern ein Gefühl für das fremde Material zu vermitteln. Zu zeigen, welche Kunstwerke man aus der knetbaren Masse zaubern kann. Erfahrbar zu machen, was man alles mit den eigenen Händen erreichen kann. Darzustellen, wie viel Spaß es macht, selbst kreativ zu werden. "Ich möchte den Kindern zeigen, dass Handwerk etwas ganz Tolles ist", nennt Ingrid Dickschat-Lorenz, die selbst seit 15 Jahren töpfert und seit zehn Jahren Kurse gibt, ihr Anliegen.
Eine Töpferscheibe braucht sie dafür nicht. Das sei nicht nur viel zu aufwendig, sondern für die Kinder auch viel zu kompliziert. Stattdessen geht alles in "Würstchentechnik", wie sie selber sagt: Einen Klumpen Ton nehmen, ihn zwischen beiden Händen rollen und - zum Beispiel - kleine Tiere, einen Briefbeschwerer oder ein schlichtes Schälchen daraus formen. Genauso wie es bereits die Urvölker in Afrika seit jeher gemacht haben oder bis heute noch tun.
Die geformten Kunstwerke der jüngsten Klumpensonntagsbesucher nimmt Ingrid Dickschat-Lorenz - auf Wunsch - mit nach Hause und läßt sich im Ofen in ihrer Werkstatt brennen, bis sie fest sind. Wer Lust hat, kann sein Getöpfertes einige Tage später bei der Künstlerin zu Hause in Krechting abholen - und beim Blick in die Werkstatt oder in den Verkaufsraum vielleicht auch noch weitere Ideen sammeln für das nächste Stück. Eventuell sind ja auch noch Plätze frei in den Kindertöpferkursen, die Ingrid Dickschat-Lorenz seit vielen Jahren ebenso anbietet wie die für Erwachsene, die sich kreativ betätigen wollen.
Übrigens: Zusammen mit einer Bekannten bringt Ingrid Dickschat-Lorenz den Kindern nicht nur das Einmaleins des Töpferns bei. An einem zweiten Stand verkauft sie zudem Selbstgemachtes - wie bereits in den vergangenen beiden Jahren beim Klumpensonntag. -ste-

Bocholter Borkener Volksblatt vom November 91

Ton und Papier mit Form und Farbe zum Leben erweckt

Bocholt. Eine lebendige und farbenfrohe Abwechselung vom tristen, nebeligen Wetter bietet noch bis zum 24. November eine Ausstellung im Erdgas-Energie-Info-Zentrum der Stadtwerke Bocholt. Unter dem Titel "Der Ton, die Farbe, das Leben" zeigt die Rheder Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz einen repräsentativen Ausschnitt ihrer kreativen Arbeit.
In kräftigen Farben leuchten Aquarelle, Pastellbilder schaffen, im Halbkreis angeordnet, einen wirkungsvollen Rahmen für eine Reihe von großen, aber nicht wuchtig erscheinenden Keramikvasen und -plastiken.
Die Formen der Gefäße bestechen durch ihre Ausgefallenheit. So erinnert eine in verschiedenen Blautönen glasierte Vase an den knorrigen Wurzelstock und Stammansatz eines alten Baumes. Auch versteht es die Künstlerin, manchem ihrer Werke ein eher klassisch anmutendes oder gar streng geometrisch bestimmtes Äußeres zu verleihen. Interessante Kombinationen von Gestaltungselementen geben einigen Ausstellungsstücken ihre Originalität. Beispielsweise wurden in eine auf den ersten Blick schlichte, quaderförmige Hohlplastik die Figuren zweier Tänzerinnen eingearbeitet, durch die das gesamte Objekt erst zum Leben erweckt wird.
Wo sie beim Arbeiten mit Ton durch die Beschaffenheit des Materials eingegrenzt ist, weiß sich Ingrid Dickschat-Lorenz in der Malerei zu entfalten. Wie schon bei den Keramiken ist auch bei den Bildern die beeindruckende Lebendigkeit der Motive ein prägendes Kennzeichen ihrer Darstellungsart. Die Portraits von Menschen fremder Kulturen und die Aktstudien sind überwiegend in warmen Farbtönen gehalten, wobei die schattierungsartig gezeichneten Konturen weiche Übergänge bewirken.

Susanne Günther


Zahlreiche Besucher beschafften sich bei der
Ausstellungseröffnung einen Überblick über das Werk
der Künstlerin. Foto: Günther


Ingrid Dickschat-Lorenz mit einigen ihrer Werke
Foto: chb

Bocholter Borkener Volksblatt vom November 88

Künstlerischer Ader gefolgt

Erste Ausstellung mit Keramiken von Ingrid Dickschat-Lorenz

Rhede (chb). Angefangen hat es mit einem Klumpen Ton. Den kaufte sich Ingrid Dickschat-Lorenz vor rund fünf Jahren. Sie wollte ganz einfach einmal ausprobieren, wie das Arbeiten mit diesem Werkstoff ist. Sehr schnell reifte in ihr jedoch der Wunsch, das Schaffen von Keramiken zum beruflichen Lebensinhalt zu machen.
Völlig neu war dieser Hang zur Kunst nicht; schließlich hatte sie bereits nach dem Abitur überlegt, "ob ich eine künstlerische Ausbildung, etwa zur Designerin, oder eine naturwissenschaftliche machen sollte. Gezeichnet und gemalt habe ich nämlich schon immer gern", erklärt Ingrid Dickschat-Lorenz die Vorgeschichte.
Die junge Frau wurde zunächst einmal Chemielaborantin. Doch mit jenem ersten Klumpen Ton brach die Leidenschaft zum Gestalten endgültig durch. Sie folgte ihrer künstlerischen Ader und nahm Unterricht an der Töpferschule Schermbeck. Den Kontakt nach dort hat sie immer noch, denn die Künstlerin will durch den weiteren Besuch von Kursen ihr Wissen und Können vervollständigen. Ihren erlernten Beruf als Chemielaborantin dagegen hat sie endgültig aufgegeben. Seit Beginn des Jahres bemüht sie sich, von der Kunst zu leben; nach eigenen Angaben mit wachsendem Erfolg, trotz anfänglicher Schwierigkeiten. Die "Mundpropaganda" bewirke halt viel.
Sie hat in Bocholt ein "Keramikstübchen" eröffnet, in dem sie Ton, Glasuren und weiteres Zubehör für Hobbykünstler, ihre eigenen Arbeiten sowie einen Brennservice anbietet. Am meisten Freude jedoch hat sie an den Töpferkursen, besonders mit Kindern bereiten sie ihr viel Spaß. Außerdem genießt sie es, mit vielen Menschen Kontakt zu haben. Das sei eben ganz anders als in ihrem ersten Beruf.
Ihre eigenen Werke sind fast immer figürlich-naturalistisch. So entstehen unter anderem Reliefs, Büsten, Tiere und Bodenvasen. Sie sind meistens etwa 60 Zentimeter groß. Das hat einen einfachen Grund: "Wenn die Objekte größer sind, kann man am meisten Ähnlichkeiten und am besten wesentliche Züge wie Gesicht und Hände zeigen. Das Darstellen dieser Details erfordert dennoch viel Klein- und Feinarbeit", erläutert Ingrid Dickschat-Lorenz ihre Arbeitsweise.
Inzwischen hat die Künstlerin auch ihre erste Ausstellung. Seit gestern und noch bis zum 18. November einschließlich zeigt sie ihre Werke in der Volksbank Rhede am Gildekamp. Und damit Interessenten auch einmal die Technik des Töpferns hautnah sehen können, demonstriert sie diese am Freitag, dem 11. November, ab 14 Uhr an gleicher Stelle.